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Nicole Disler

Zeugnis ablegen

Опубликовано: 20. November 2020 в 10:58

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Start des neuesten Projekts des Erzählbistros –«Zeugnis ablegen». Zusammen mit dem Fotografen Alexander Jaquemet und der Filmemacherin Nora Longatti zeichnen wir die Erlebnisse der Betroffenen auf. Wie es beim ersten Dreh zu und her gegangen ist, zeigt das kurze Video:


Interessierte melden sich unter: info@erzaehlbistro.ch

Gässle in Basel

Опубликовано: 19. Oktober 2020 в 13:43

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Der blaue Himmel spiegelte sich im Rhein, die farbigen Blätter zeugten vom Wechsel der Jahreszeit: mitten im goldenen Herbst fand ein Erzählbistro in Basel statt.

Der Stadtspaziergang in Basel – durch enge Gassen, vorbei an prächtigen Brunnen, verweilend auf weiten Plätzen – brachte Erinnerungen zurück. Eine Teilnehmerin erzählte von der Basler Fasnacht, die sie als junges Mädchen erfahren hatte. Eine schöne Erinnerung aus einer Jugend, die sonst schwierig war.

In den Erzählrunden erzählten sich die Teilnehmenden vom Leid, das ihnen im früheren Leben widerfahren ist. Viel Vertrauen herrschte untereinander. «Schön, mit Menschen zusammen sein zu können, die ähnliches erlebt haben. Wir verstehen uns mit wenigen Worten», sagte eine Teilnehmerin.

Verwandt und doch fremd

Dabei ging es im Erzählcafé nach dem Spaziergang nicht nur um die eigene Erfahrung von früher. Sondern auch um die Nachwirkungen. Ein Thema dominierte: Die Entfremdung von den Geschwistern – bis heute. Viele Geschwister wurden auseinandergerissen, und noch heute ist der Kontakt nicht möglich.

Ein Teilnehmer berichtete, dass er mit der Schwester im gleichen Heim war, aber dass man dennoch keine Beziehung aufbauen konnte. «Man ist nicht miteinander aufgewachsen, sondern nebeneinander». Er habe Schutz gesucht, aber sie sei ihm keine Stütze gewesen, habe sich immer stark gegeben, erzählte er: «Ich habe jahrelang gelitten, dass meine Schwester so anders mit der Heimerfahrung umgegangen ist.» Auch andere Teilnehmende berichteten, wie sie bis heute mit Geschwistern nicht über das Erlebte sprechen können. «Lieber rede ich nicht darüber», sagte eine Frau im Erzählcafé.

Erzählbistro tut gut

Nach der Erzählrunde gab es im «Teufelhof» ein gemeinsames Mittagessen, bei dem die vertrauensvollen und fröhlichen Gespräche weitergeführt wurden. «Ich bin dankbar für diesen Tag», sagte ein Teilnehmer. «Die Erinnerung holt einem immer wieder ein. So ein Tag wie dieser, tut darum besonders gut.»

Impressionen vom Erzählbistro in Basel sehen Sie in diesem Video:

 

Erzählbistro in St. Gallen – wie hast du’s mit dem Glauben?

Опубликовано: 8. Oktober 2020 в 10:47

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Ein Wandermönch hat St. Gallen den Namen gegeben. In diesem Sinn haben die Teilnehmenden des Erzählbistros die Ostschweizer Metropole erfahren – unterwegs bei einem Stadtspaziergang mit einem anschliessenden Erzählcafé. Viel wurde dabei über das Thema «Glauben» diskutiert.


Diese Stadt mit der Stiftskirche und der Stiftsbibliothek, welche von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, ist wunderschön. Vor allem, wenn die Sonne strahlt und die Gebäude warm erleuchtet, wie beim Erzählbistro anfangs Oktober.

Die Pracht der religiösen Gebäude gaben anschliessend in der Gruppe viel zu reden. Manche Betroffene sprachen über das schwierige Verhältnis zur Kirche. Denn hinter den hohen Mauern, unter der «Obhut» der Kirche, haben viele Kinder grösstes Leid erfahren. Während manche den Glauben an die Institution deswegen gänzlich verloren haben, haben andere in der Spiritualität oder einem sehr eigenen Gottesbezug wieder Halt gefunden. So unterschiedlich die Beziehungspunkte auch waren – die berührende Diskussion untereinander war von hohem Respekt und Verständnis geprägt.

Der angeregte Austausch ging beim anschliessenden gemeinsamen Essen weiter. Die Stimmung war stets fröhlich, wobei das Erzählbistro wiederum Ort einer glücklichen Fügung war: So sind sich in St. Gallen erneut zwei Betroffene begegnet, die als Kinder im gleichen Heim platziert worden waren. Ihre Bekanntschaft wird sich unabhängig weiter vertiefen, wie auch sonst über das Erzählbistro neue Bekannt- und Freundschaften am Entstehen sind.

Hier ein Video zum Erzählbistro in St. Gallen:

Ich habe gezeigt, dass ich es gut kann – Erzählbistro in Luzern

Опубликовано: 21. September 2020 в 15:17

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In der Innerschweiz sind fast 40 Betroffene zusammengekommen und haben über das Thema «Beruf und Berufung» diskutiert. Dabei zeigt sich, wie wichtig die tägliche Arbeit für das Selbstvertrauen und ein selbstbestimmtes Leben ist.

Ein wunderbarer Herbsttag hat die Betroffenen diesmal nach Luzern gebracht. «Diese Treffen sind wichtig für meine Psyche», meinte eine Frau, die trotz Corona einen langen Weg auf sich genommen hatte, um beim Austausch dabei zu sein. Auf einer Dachterrasse, die Sonne im Gesicht, nahm man Kaffee und Gebäck zu sich, lernte neue Gesichter kennen, bevor man mit einer Fabel ins Thema des Tages eingestimmt wurde: «Beruf und Berufung».

In kleinen Gruppen diskutierten die Gäste über die Bedeutung der täglichen Arbeit. Gerade weil vielen Betroffenen in ihrer Jugend eingebläut wurde, dass sie – mit ihrem schweren Rucksack – kaum erfolgreich sein könnten, hatte die tägliche Arbeit für diese Menschen eine besondere Bedeutung. Man konnte zeigen, was man kann, erzählte ein Mann, dass man sehr wohl erfolgreich sein konnte, und er ergänzte, dass der Lohn der Arbeit die finanzielle und geistige Unabhängigkeit war. Die Arbeit hatte auch eine wichtige soziale Bedeutung. Eine Frau berichtete in der Gruppe von den gemeinsamen Essenspausen bei der Arbeit und dem Gefühl, zu einer «Familie» zu gehören, wenn das Essen gerecht ausgeschöpft wurde.

Heute sind viele Betroffene bereits pensioniert, aber die Arbeit geht nicht aus. Für die einen ist die Betreuung der Enkelkinder inzwischen zentral geworden. «Ich kann es gut mit Kindern», sagte eine Frau stolz. «Ich verwirkliche mich beim Kochen», meinte eine andere. «Und ich drücke mich beim Malen aus», erzählte eine Dritte, während die Gruppe eines ihrer Bilder bewunderte. Viele Betroffene sind heute in vielfältiger Weise kreativ und nutzen ihr Können und ihre Ideen, um Neues zu entwickeln, zu entdecken und zu erfahren.

Beim reichhaltigen Mittagessen entstanden nicht nur gute Gespräche untereinander, sondern wiederum auch neue Bekanntschaften. Für die zahlreichen Gäste war es ein Glück, dass man trotz Corona zusammengekommen war. Auch wenn man ein bisschen weiter auseinander sass und teilweise mit Maske unterwegs war – man stand sich immer sehr nahe. Man schöpfte Kraft für Körper und Geist, vor allem aber auch für die tägliche Arbeit, die ansteht.

Ein Eindruck des Tages findet sich in diesem Video:

 

 

Christian Tschannen, Kunstschaffender

Опубликовано: 31. August 2020 в 13:54

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«2003 und 2004 hatte ich das grosse Glück und Privileg, als Kunstschaffender für mehrere Monate im Ausland zu weilen und zu arbeiten – Artist in residence. 

Ich war zwei mal für mehrere Monate in Südafrika – Kapstadt – und einmal USA/Kalifornien – Halfmoon Bay, Mountain View und San Francisco.

Bei meinem zweiten Aufenthalt in Südafrika (Kapstadt) nahm ich u.a. wieder an künstlerischen Workshops teil oder organisierte welche, wo mit lokalen Kunstschaffende, aber auch Schulkinder und Jugendliche aus/in den Townships (Armenviertel) gearbeitet wurde. 

Ein Workshop fand im Ulwazie Center im Township Langa (Westkap) statt – siehe Link :
https://csstudio.co.za/Ulwazi.html

https://www.femmes-archi.org/projet/?c=1033

(Hinweis: Das Ulwazie Center hat 1998, wegen Geldprobleme sich neu ausrichten müssen. 2009 wurde das Projekt wegen Geldmangel beendet.)

Ich lernte bei diesen Workshops tolle Kunstschaffende kennen und viele, sehr kreativ begabte Kinder und Jugendliche mit tollen Fähigkeiten.

Eine wunderbare Eigenschaft war/ist – und was man sehr oft bei finanziell schwächeren Menschen beobachten kann, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent -, dass die Menschen den Abfall und Schrott weiter verwerten und zum Teil unglaublich tolle und schöne Sachen daraus fertigen.

Und bei diesem Workshop im Ulwazi Center wurde unter anderem auch mit Schrott gearbeitet, woraus ein Mädchen – damals 13 Jahre jung – (mit etwas Hilfe) aus Altblech ein wunderschönes Schildkrötchen angefertigt und mir geschenkt hat.

Diese kleine Schildkröte, dieses Objekt nehme ich gerne ab und an in die Hände und erinnere mich an diese wunderbare Zeit.

Ich werde sicher mal wieder Südafrika, Kapstadt besuchen, denn dort – wie auch in Kalifornien USA – war meine Biografie kein Stigmata.

Den Menschen dort war es egal ob ich einmal ein Verdingbub, bzw. Pflege-, Heimkind war und noch in einer Anstalt „platziert“ wurde. Was zählte und für die Menschen wichtig war, waren meine Kompetenzen, meine Fähigkeiten und das Wissen was ich mitbringen und teilen konnte.

Die bürgerliche Stigmata-Kultur Schweiz ist also sehr, sehr wettbewerbsverzerrend… «

Ein Spaziergang der besonderen Art

Опубликовано: 28. August 2020 в 15:49

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«Gedanken wollen oft (…), dass man mit ihnen im Freien spazieren geht». Ganz im Sinn und Geist des Dichters Christian Morgenstern haben im August über 70 Betroffene an einem Spaziergang der besonderen Art teilgenommen. An allen drei Tagen war dem Erzählbistro das Sonnenglück hold.

Unter der Führung der Moderatorin Claudia Sollberger besichtigte man gemeinsam die wunderschöne Barockstadt, indem man durch enge Gassen und über grosszügige Plätze schlenderte. Die Teilnehmenden erfuhren, wo Casanova seiner Geliebten zuwinkte, was es mit der Zahl 11 auf sich hat und welche Familie in dieser «Ambassadorenstadt» über Jahrhunderten das Sagen hatte. Im Garten eines Palastes, dem Palais Besenval, konnten sich die Betroffenen bei einem Erzählcafé im Freien austauschen. In der geschichtsträchtigen La Couronne, dem zweitältesten Gasthaus der Schweiz, fand der Anlass schliesslich bei Speis und Trank jeweils sein Ende.

Eindrücke des Solothurner Erzählcafés erhalten Sie in diesem Video:

 

Über das Erzählcafé wurde auch in der Solothurner Zeitung berichtet. Hier findet sich der Artikel:

Ehemalige Heim- und Verdingkindern in Solothurn Ein Treffen mit der Stadt und Erinnerungen – Solothurn Stadt – Solothurn – Solothurner Zeitung

«Hexenkinder» – der Filmtipp

Опубликовано: 27. August 2020 в 16:27

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Der „Der Verdingbub“ hatte das leidvolle Schicksal der Kinder ins Zentrum gerückt, die auf Schweizer Bauernhöfen misshandelt worden waren. Der neue Dokumentarfilm «Hexenkinder» erzählt nun die Geschichte der «zwangsversorgten» Heimkinder, die sich nicht brechen liessen und dank ihrer Widerstandskraft und Phantasie überlebt haben. Der Film startet in den Kinos am 17.9.2020.  

Vorpremieren:

Samstag, 12.9. 17.00 Kino Seehof1, Zug            

Sonntag,  13.9. 11.00 Kino Bourbaki, Luzern

Sonntag,  13.9. 18.30 Kino Riffraff

Sonntag,  4.10. 11.00 Kino Comeo, Winterthur (Filmmatinée)

Weitere Informationen unter: www.hexenkinder.ch

Forschungsprojekt: Interviewpartnerinnen und -partner gesucht

Опубликовано: 19. August 2020 в 14:21

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Es ist ein schwieriges und trauriges Kapitel: Todesfälle bei fremdplatzierten Kindern. Hierzu wird nun an der Hochschule Luzern geforscht. Interessierte können sich melden.

Haben Sie einen Todesfall eines fremdplatzierten Kindes miterlebt oder davon gehört? Im Forschungsprojekt «Fatale Fürsorge»

untersucht die Hochschule Luzern Suizide und Tötungen fremdplatzierter Kinder und Jugendlicher bis 21 Jahre, die sich zwischen 1913 und 2012 in den Kantonen Luzern, Zürich, Freiburg und Waadt ereignet haben. Um dieses düstere Kapitel der Schweizer Geschichte erforschen zu können, braucht es die Unterstützung der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen!

Mehr Informationen erhalten Sie hier: Flyer

Digitale Erzählcafés

Опубликовано: 11. August 2020 в 16:15

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Категории: Blog

Trotz der Corona-Pandemie haben sich Betroffene in den letzten Monaten immer wieder gesehen und gesprochen. Dank moderner Videokonferenz-Technologie war es ihnen nämlich möglich, sich im digitalen Raum zu treffen.

Über ein Dutzend solcher «digitaler Erzählcafés» wurden in den Monaten Juni, Juli und August durchgeführt, geleitet von Moderatorin Claudia Sollberger. Dieser Austausch vor dem Bildschirm dauert in etwa eine Stunde und wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als durchwegs positiv beurteilt. Die geführten Gespräche waren tief, der Austausch war ernsthaft und immer respektvoll. Viele waren erstaunt, dass man sich trotz der Distanz sehr nah sein kann. Ein digitales Erzählcafé, so der Tenor bei den Teilnehmenden, kann eine physische Begegnung zwar nicht ersetzten, doch aber wertvoll ergänzen. 

So manche neue Gesichter waren bei den digitalen Erzählcafés zugegen. Andere, die Computer und Handy im Tagesablauf nicht gebrauchen, haben sich in dieser Corona-Zeit in moderierten Telefonrunden ausgetauscht. Auch sie waren glücklich und zufrieden, sich mit Menschen besprechen zu können, die in ihrer Kindheit und Jugend ähnliche Lebensgeschichten erfahren hatten. Die digitalen Erzählcafés sollen auch weiterhin durchgeführt werden.


12. Mai 2020, Urs Allemann, Theresa Rohr, Renate Kaeser, Moderatorin: Claudia Sollberger

13. Mai 2020, Theresa Roth, Ivo Bamert, Anita Häusermann, Urs Allemann, Moderatorin Claudia Sollberger

Опубликовано: 17. Juli 2020 в 10:39

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Категории: Mein Ding

Jeder hat ein wichtiges Objekt, dass einem durchs Leben oder durch eine Lebensphase begleitet. In dieser Rubrik zeigen und beschreiben Betroffene, was ihnen wichtig und wertvoll ist. Die Rubrik wird ständig erweitert. Senden auch Sie uns Ihr Lieblingsobjekt mit einem kleinen Beschrieb zu: