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Nicole Disler

«Heute bestimme ich den Weg»

Опубликовано: 17. Juli 2020 в 9:43

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Категории: Mein Ding


Liebe und Zuneigung, wie sie Kinder normalerweise von ihren Eltern bekommen, hat Fred Krummenacher nie erfahren. In Bern geboren aber nicht geborgen. Eine fürsorgliche Mutter kannte er nicht, der Stiefvater gab ihm mit Schlägen zu verstehen, dass er unerwünscht sei. In seiner Jugend wurde Fred hin- und hergeschoben, man hat sich nicht um ihn gekümmert, sondern über ihn verfügt. In den Akten der Vormundschaftsbehörden lässt sich alles nachlesen. «Eiskalt wurde über mein Leben bestimmt», sagt Fred Krummenacher heute und erinnert sich zurück. An die schlimme Zeit im Erziehungsheim, im Jugenddorf St. Georg in Bad Knutwil. «Die Neuen wurden eingeprügelt», erzählt er, hinzu sei die subtile Gewalt der Leitung gekommen. Nur weg von Bad Knutwil. Nur weg wollte er. So rasch wie möglich. Da war er noch ein Kind. 


Späte Wertschätzung 

Eine Ausbildung konnte Fred Krummenacher in seiner Jugend nie abschliessen. «Wir haben uns für einen besser qualifizierten Bewerber entschieden». Oft hat er diese Zeilen gelesen. Die Lebensumstände liessen die geforderten beruflichen Qualifikationen nicht zu. Es fehlte an Geld und Unterstützung. Das schmerzte. Aber über viele Umwege hat er mit 22 Jahren dann doch seine Leidenschaft gefunden: Lastwagen fahren und noch besser – Postauto fahren. Er lernte das Bernbiet kennen, auch die Schweiz – so viele Kilometer. So viele Menschen. Auch seine Frau, mit der er seit 27 Jahren verheiratet ist. Heute ist er Vater von drei wunderbaren Söhnen. Und dann die späte Karriere als Betriebsplaner beim RBS. Fred ist das ganze Streckennetz mit einem Bus abgefahren, hat die Distanzen, die Zeit, die Koordinaten erfasst, das System aufgebaut. Er hat es geschafft. Heute ist er «Datenmanager Fahrplan» bei der Firma Stämpfli in Bern – und das als «Ungelernter»


Mit Solidaritätszahlung Postauto gekauft

Fred Krummenacher ist ein Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen. Er hat den Solidaritätsbeitrag erhalten und sich ein Postauto gekauft. Warum? «Ich habe beim Postautofahren erstmals Wertschätzung erfahren», erklärt Fred. Die Leute wussten, dass sie dank ihm, dem Fahrer, zu ihrem Ziel gelangten. Und dafür waren sie ihm dankbar. Auch, weil er freundlich war. Weil er immer grüsste. Weil er die Kunden gut behandelte. Sein Postauto ist nicht irgendein Postauto. Es ist ein Schweizer Postauto. Von Saurer. Er kannte es von früher, als es noch in Betrieb war. Dieses Postauto ist über den Furkapass gefahren, es war in Paris. Auch Bundesräte sassen bereits in seinem Postauto. «Es war eine Fügung», ist Fred überzeugt, dieses Postauto gehört zu ihm. Er wollte es haben, und er hat es bekommen. «Es gibt mir eine ganz tiefe Befriedigung, wenn ich mit dem Postauto unterwegs bin. Hier kann mich niemand plagen, da kann mir niemand befehlen. Am Steuer fühle ich mich wohl. Das gibt mir ein richtiges Glücksgefühl. Jetzt ist es mein Leben, jetzt gehe oder fahre ich meinen Weg.»  

«Es war ein wunderschöner Tag» – zweites Erzählbistro in Olten

Опубликовано: 14. Dezember 2018 в 8:22

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Категории: Blog

In Olten hat das zweite Erzählbistro an der Fachhochschule Nordwestschweiz stattgefunden. Knapp hundert Personen haben sich zusammengefunden, ihre Lebensgeschichten erzählt und darüber diskutiert, was es für die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Schweizer Geschichte dringend braucht.

Viele Teilnehmende haben ihre Geschichte in den letzten Jahrzehnten für sich behalten, wollten sich und auch ihre Familien vor den schmerzhaften Erinnerungen schützen. Hier nun im Erzählbistro fanden sie einen Rahmen, um über das Erlebte sprechen zu können: «Es ist schön, mit Leuten reden zu können, die einen verstehen auch wenn man nicht alles in Worte fassen kann. Es ist so wichtig, sich mit Menschen austauschen zu können, die nachvollziehen können, was einem widerfahren ist,» sagte eine der Teilnehmenden stellvertretend. Innerhalb der Gruppe herrschte ein grosses Vertrauen, die Gespräche waren tief.

Knapp 70 Frauen und Männer kamen aus der Deutschschweiz, fast 20 Westschweizerinnen und Westschweizer fanden den Weg nach Olten. Viele der Teilnehmenden waren bereits bei der ersten Veranstaltung in Bern mit dabei. In verschiedenen Gruppen erzählten sie sich, was ihnen geholfen hat, trotz der Traumata weiterzuleben. Oder auch wieviel Stärke in diesen Menschen trotz allem schlummerte. Es gab Platz zu berichten, wie die schwierige Kindheit dazu geführt hat, dass man auch später oftmals menschenscheu geblieben ist. Andere erzählten, wie sie auf Personen getroffen sind, die ihnen erstmals Liebe Geborgenheit gegeben haben. Es gab Tränen beim Erzählen der Geschichten. Aber es wurde auch zusammen gelacht.

Nach einem reichhaltigen Mittagessen begaben sich die Gruppen in Workshops. Eine Gruppe fragte danach, wie man im Alter selbstbestimmt leben könne. Verschiedene Wohnformen im Alter von der WG über spezielle Gruppen in Altersheimen bis zum betreuten Wohnen wurde ebenso diskutiert, wie auch der Vorsorgeauftrag als Schutz vor Fremdbestimmung. Bei der Gruppe, die sich mit der «Akteneinsicht» beschäftigte, wurde die Forderung nach Begleitung und Unterstützung bei der oftmals nicht nur schwierigen sondern auch belastenden Aktensuche formuliert. Die dritte Gruppe, welche sich dem Thema «Gegen das Vergessen» widmete, verlangte mehr Präsenz in den Medien und formulierte die Idee, sich als Zeitzeugen in Schulen zu engagieren. Die Gruppe «Die eigene Lebensgeschichte» äusserte den Wunsch nach mehr Netzwerken in den Regionen.

Die Zeit verging wie im Flug. «Es war ein wunderschöner Tag», sagte ein Mann zum Schluss. Er hat seinen Freund, mit dem er vor 70 Jahren im Kinderheim war, hier in Olten wiedergetroffen. Auch solche Geschichten gibt es im Erzählbistro.

Selbsthilfegruppen in der Region Zürich

Опубликовано: 14. November 2018 в 16:09

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Категории: Blog

Das Selbsthilfecenter der Stiftung Pro offene Türen der Schweiz organisiert in Zürich und Region Selbsthilfegruppen zu verschiedenen Themen. Die Fachstelle fördert die gegenseitige Hilfe unter Gleichbetroffenen und stellt Infrastruktur für Gruppentreffen zur Verfügung.

Es gibt beim Selbsthilfecenter auch Gruppen für Betroffene, die als Kind fremdplatziert worden sind. Wenn Sie daran interessiert sind, finden Sie hier den Flyer des Selbsthilfecenters. Oder Sie melden sich telefonisch. Die Nummer sowie die Öffnungszeiten und weitere Informationen finden Sie hier.

Die Selbsthilfegruppen treffen sich regelmässig und tauschen sich aus. Die Gruppen werden nicht von einer Fachperson geleitet. Jedes Gruppenmitglied ist gleichberechtigt und mitverantwortlich. Dabei sind die Teilnehmenden sowohl in der hilfesuchenden als auch in der helfenden Rolle. Jedes Mitglied ist bereit, sich in die Gruppe einzubringen und auch für andere da zu sein.

 

Erstes Erzählbistro war ein voller Erfolg

Опубликовано: 30. Oktober 2018 в 15:04

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Категории: Blog

Am 25. Oktober 2018 hat das Erzählbistro in Bern seine erste Veranstaltung durchgeführt. Rund 40 Personen haben erzählt, was ihnen geholfen hat, die Ereignisse ihrer Jugend zu verarbeiten. Der Anlass war ein grosser Erfolg. Die nächste Veranstaltung findet am 10. Dezember 2018 in Olten statt.

Die ersten Gäste trudelten bereits eine Stunde vor Beginn des Erzählbistro in der «Heitere Fahne» in Wabern ein. Einer der Betroffenen zog spontan sein «Handörgeli» aus einem Rucksack und spielte die Anwesenden in Laune. Später erzählte er in der Runde, dass ihm als Kind in einem Umfeld der Gewalt und Unterdrückung die Musik verwehrt worden war, und wie er seine Talente erst als erwachsener Mann entwickeln konnte.
Die Erwartungen der Teilnehmenden an das erste Erzählbistro waren gross. «Was passiert ist, beschäftigt mich jeden Tag», sagte eine Frau vor Beginn der Veranstaltung. Ein Mann ergänzte: «Ich rede mit Fremden nie über das, was passiert ist». Und eine weitere Frau erwidert: «Viele wissen nicht, was es bedeutet, wenn es einem Menschen wirklich schlecht geht – wir schon. Darum ist es mir wichtig, mit anderen zu reden, die das Gleiche erlebt haben».

Nach einer offiziellen Begrüssung durch Urs Allemann, dem Initiator des Erzählbistro, konnten sich die Teilnehmenden ihre Gruppe aussuchen. In drei Räumen redeten sie anschliessend über all das, was Ihnen geholfen hatte, die schrecklichen Erlebnisse aus der Kindheit und Jugend zu verarbeiten.
Die einen berichteten, wie sie in Parallelwelten geflüchtet seien, und die Fantasie ihre Rettung gewesen sei. «Ich luege fürre und nid hindetschi,» fasst ein Mann seine Überlebensstrategie zusammen. Andere erzählten vom Durchhaltewillen, der sich ausgeprägt habe, der ihnen ermöglichte, später auch unter widrigen Umständen das Leben zu meistern. Und viele nannten einen speziellen Menschen, der ihnen den Glauben an das Gute zurückgab: ein Lehrmeister, der fair war, eine Freundin, die Kraft gab, ein Mann oder eine Frau oder die Kinder, die Liebe und Glück zurückbrachten.

Es gab vereinzelt Tränen, wenn die Erinnerungen an die Oberfläche kamen. Vor allem aber gab es viel gegenseitige Unterstützung und Verständnis. «Es tut gut, zu spüren, dass andere das Gleiche erlebt haben, und es trotzdem geschafft haben», sagte ein Mann in der Schlussrunde. «Vielleicht sind wir nicht so weit gekommen, wie es möglich gewesen wäre, aber wir sind so weit gekommen, wie es möglich war.»
Beim gemeinsamen Mittagessen herrschte eine fröhliche und dankbare Stimmung. Und ein Mann brachte auf den Punkt, was viele dachten: «Hier im Erzählbistro konnten wir reden. Wir denen so lange nie jemand zugehört hat.»

Szenische Lesungen von: «Franz Meier. Der wahre Lebenslauf eines Verdingbuben»

Опубликовано: 10. Oktober 2018 в 9:03

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Eine szenische Lesung ist eine dem Theater verwandte Form der Aufführung, welche die Erzählungen des Hauptdarstellers kombiniert mit Musik und Bildern, die das Erzählte untermalen. Die Räume, wo dies aufgeführt wird, sind zudem nicht irgendeine Bühne, sondern immer wieder ein anderer Ort, der historische und assoziative Verbindungen zur Geschichte des ehemaligen Verdingbuben Franz Meier (1917 – 2005) hat. Diese Geschichte hat Franz Meier im Alter von 83 Jahren, wenige Jahre nach dem Tod seiner Frau und ohne Rücksicht auf zu erwartende äussere Widerstände aufgeschrieben und selber verlegt. Er berichtet von seinen negativen Erlebnissen aber auch von positiver Unterstützung, die er nicht nur unter den Bauern, sondern auch von Kirche und Gesellschaft erfahren hat. Als Erzähler, dargestellt von Otto Huber, schreit er auch mal seine Wut in die Welt hinaus, aber er findet immer auch wieder leisere, ja poetische Töne. Oder er stimmt ein altes Volkslied an. Die aktuelle Topographie der Unbehausten von heute vermischt sich so mit den historischen Themen von Fremdplatzierung, Gewalterfahrung, Stigmatisierung, Flucht und Traumatisierung.

 

Aufführungen:

Kulturschiene Malters, Gleis 5
18. und 19.10. 2018, 20.30 Uhr, Restaurant Bahnhof, 6102 Malters
Vorverkauf: www.kulturschiene.malters.ch

Sunnehügel – Haus der Gastfreundschaft
24.10. 2018, 20.00 Uhr, Kloster, Kapuzinerweg 1, 6170 Schüpfheim
Vorverkauf: BLS Reisezentrum, Bahnhofstrasse 16, 6170 Schüpfheim, Tel. 058 327 60 95

Restaurant Neustadt
4. und 5.11. 2018, 20.15 Uhr, Neustadtstrasse 21, 6003 Luzern
jeweils mit Essen ab 18.00 Uhr
Reservationen und Vorverkauf: Irma Meier, Tel. 076 273 35 60

Landwirtschaftliches Altersheim Hermolingen
9.11. 2018, 14.00 und 20.00 Uhr, in Rothenburg
Vorverkauf: www.kk-rothenburg.ch/veranstaltungen/louis-naef.html

Stadtmühle Willisau
17.11. 2018, 20.00 Uhr und 18.11. 2018, 18.00 Uhr
Müligass 7, 6130 Willisau – Patronat: Katholische Kirche Willisau
Vorverkauf: info@stadtmuehle-willisau.ch

Kloster Rathausen (SSBL)
24. und 25.11. 2018, 14.00 Uhr, Stiftung für Schwerbehinderte Luzern,
SSBL Rathausen, 6032 Emmen
Vorverkauf: info@ssbl.ch, Tel. 041 269 35 00

Die Kasse öffnet jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn. Die Plätze sind nicht
nummeriert. Weitere Aufführungen sind im Dezember 2018 und Januar 2019 geplant.

Kontaktadresse: Nadja Bürgi (kontakt@nadjabuergi.ch)

Den ausführlichen Flyer mit Hintergrundinformationen zum Buch und zu den Aufführungen finden Sie hier.

Die Auszahlung wird beschleunigt

Опубликовано: 25. September 2018 в 10:13

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Die Auszahlung von Solidaritätsbeiträgen an ehemalige Verdingkinder und andere Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen wird beschleunigt. Bis Ende August seien 2500 Gesuche behandelt worden, sagte Justizministerin Simonetta Sommaruga am Montag in der Fragestunde des Nationalrats. Bis spätestens Ende 2019 sollten sämtliche Gesuche behandelt sein. Das ist früher als das Gesetz vorsieht.

sda-Meldung

Verfahren wird beschleunigt

Опубликовано: 31. August 2018 в 13:59

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Категории: Blog

Die ersten Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen haben bereits eine Auszahlung im Rahmen der Wiedergutmachung bekommen. Doch viele warten noch auf die Prüfung ihres Gesuchs für den Solidaritätsbeitrag.
Das Bundesamt für Justiz will nun zusätzliches Personal einstellen. Damit die restlichen Gesuche der Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen künftig noch schneller bearbeitet werden können.

Hier können Sie den Beitrag aus HeuteMorgen auf SRF hören. 

Ein historischer Moment

Опубликовано: 30. August 2018 в 8:26

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Am Sommerfest in Mümliswil bot sich ein Bild für die Geschichtsbücher: das grösste Treffen aller Zeiten von Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. 800 Menschen waren gekommen und genossen das Beisammensein.

Ein Tag, der in Erinnerung bleiben wird: Am Samstag, 30. Juni 2018, folgten 800 Menschen der Einladung der Guido Fluri Stiftung und des «Erzählbistro» zum grossen Sommerfest in Mümliswil. Es war das grösste Treffen aller Zeiten von ehemaligen Heim- und Verdingkindern sowie Opfern von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen.

Vor fünf Jahren, anlässlich der Eröffnung der ersten Nationalen Gedenkstätte für Heim- und Verdingkinder, waren lediglich 80 Betroffene erschienen. Dass in diesem Jahr 800 Personen waren, zeigte für Guido Fluri, dem Urheber der Wiedergutmachungsinitiative, dass sich in der Schweiz etwas bewegt hat – das Unrecht ist öffentlich anerkannt und es gibt für Betroffene ein neues Selbstverständnis, mit ihrer Geschichte in die Öffentlichkeit zu treten und sich mit anderen, denen ähnliches widerfahren ist, zu treffen.

Guido Fluri zeigte sich sichtlich berührt und beeindruckt von der Kraft der Betroffenen: «Mich mit den Gästen des Sommerfests zu unterhalten, ihre Geschichten zu hören und ein Teil von ihnen zu sein, erfüllte mich mit riesiger Dankbarkeit. In meiner Rede brachte ich ebenso meine Bewunderung zum Ausdruck: „Seien Sie stolz auf sich, Sie haben es geschafft – trotz der menschenunwürdigen Praktiken, welche sie ein Leben lang begleitet haben; Sie haben es geschafft, man wird sie nicht vergessen!“ Wichtig war mir auch, mit einem Moment der Stille denjenigen Menschen zu gedenken, die diesen Tag nicht mehr erleben konnten. Viele Betroffene sind verstorben oder an der seelischen Last zerbrochen.»

In einer kurzen Rede stellte Urs Allemann-Caflisch das Projekt «Erzählbistro» vor. Das «Erzählbistro» wolle dahin wirken, dass die Betroffenen die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte beginnen könnten, so Urs Allemann: «Wir möchten mit dem Erzählen und diesen Fragen nicht nur in der Vergangenheit stecken bleiben und sie neu aufwühlen, sondern vielmehr vorwärts blicken, in die Zukunft schauen. Denn dass wir uns gegenseitig erzählen, soll auch dazu beitragen, dass die gleichen Vernachlässigungen und Missetaten sich nicht wiederholen.» Für Oktober wird mit einer kleinen ein erstes Erzählkaffee in Bern geplant. Ein zweites grosses Treffen wird für Dezember an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten vorbereitet, so Urs Allemann, der Initiant des «Erzählbistro».

Mit einem reichhaltigen Brunch und Musik, mit vielen Begegnungen und Gesprächen und Verabredungen ging das Programm weiter. Ein besonderer Shuttle-Dienst war für den Besuch der Nationalen Gedenkstätte eingerichtet. Mehrere verschiedene Gruppen von insgesamt gegen hundert französisch sprechenden Teilnehmenden repräsentierten die Westschweiz. An einem Tisch hatten gehörlose Betroffene Platz genommen, denen eine Dolmetscherin die Reden und Ankündigung in Gebärdensprache übersetzte, später auch die Einzelgespräche der Gehörlosen mit anderen Teilnehmenden.

Auch in Zukunft soll es ein Sommerfest geben, bei dem sich die Betroffenen treffen und über ihre Geschichten sprechen können.