Geschichte

Fahrende

Опубликовано: 27. Mai 2018 в 20:29

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Категории: Geschichte

Die Verantwortlichen des „Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse“ entrissen zwischen 1926 und 1973 rund 600 Kinder ihren Familien. Dabei handelt es sich um Kinder von Fahrenden, insbesondere von Jenischen. Das Ziel des „Hilfswerks“, das innerhalb der Stiftung Pro Juventute gegründet wurde, war letztlich die Zerstörung der Lebensform der Fahrenden. Die Kinder dieser Bevölkerungsgruppe sollten zu „sesshaften“ und „brauchbaren“ Menschen erzogen werden. Aufgrund dieser fürsorgerischen Zwangsmassnahmen kam enormes Leid über Hunderte von Menschen. Die entrissenen Kinder wurden meist in Heimen und Anstalten fremdplatziert, wo sie oft schwere Demütigungen und Misshandlungen erlebten.

Grossried, Beat (2012): „Das war haarsträubend“ (Beobachter 10/2012).

Opfer von Zwangssterilisierungen, Zwangskastrationen und Zwangsabtreibungen

Опубликовано: 27. Mai 2018 в 20:27

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In der Schweiz wurden in 1980er-Jahre Zwangssterilisation, Zwangskastrationen und Zwangsabtreibungen durchgeführt durchgeführt. Das „Einverständnis“ der Beteiligten kompliziert sich durch die Tatsache, Druck auf. Fürsorgeempfängerinnen wurde mit dem Entzug der Unterstützungsgelder gedroht. Abtreibungen was oft nur erwünscht ist, wenn die Frauen gleichzeitig in eine Sterilisation einwilligen. Auch mit der Einweisung in eine Anstalt wurde gedroht.

Strebel, Dominique (2011): Schweiz verehrt Wiedergutmachung (Beobachter 3/2011).

Heimkinder

Опубликовано: 27. Mai 2018 в 20:25

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In staatlichen, kirchlichen und privaten Heimen wurden Tausende Kinder systematisch gedemütigt, gezüchtigt, körperlich misshandelt und teilweise auch sexuell missbraucht. Auf Kosten der Schulbildung wurden viele Heimkinder zur Kinderarbeit gezwungen und ausgebeutet. Weil es an konsequenten staatlichen Kontrollen fehlte, waren die Kinder in diesen geschlossenen Institutionen ihrem Schicksal schutzlos ausgeliefert. Die Missbrauchsfälle wurden in den meisten Fällen nicht geahndet. Viele ehemalige Heimkinder berichten von traumatischen Erlebnissen, von Gewalt und Folter.

Hostettler, Otto (2010): Düstere Jahre (Beobachter 10/2012).

Opfer von Medikamentenversuchen

Опубликовано: 27. Mai 2018 в 20:25

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An Hunderten von ahnungslosen Patienten wurden in Schweizer Psychiatriekliniken Medikamente getestet. Die medizinhistorische Aufarbeitung dieser Missbräuche steht erst am Anfang. Das Ausmass, das sich abzeichnet, ist erschreckend: Bis Ende der 1970er-Jahre wurden, mitunter für die Pharmaindustrie, Medikamente an Patienten getestet – selbst an Schwangeren und Kindern. Die Tests fanden unter ethisch höchst fragwürdigen und wissenschaftlich zweifelhaften Bedingungen statt. In den Akten finden sich keine Belege, dass die Versuchspersonen über die Medikamententests informiert worden wären. Viele Opfer dieser aktenkundigen Medikamentenversuche leiden noch heute unter den Folgen dieser massiven Eingriffe in ihre körperliche Integrität.

Hostettler, Otto (2014): Die Menschenversuche von Münsterlingen (Beobachter 3/2014).

Opfer von Zwangsadoptionen

Опубликовано: 27. Mai 2018 в 20:22

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Unzählige Neugeborene wurden bis in die 1970er-Jahre durch Vormundschaftsbehörden von ihren unverheirateten Müttern getrennt. Weil die Frauen aus ärmlichen Verhältnissen stammten, angeblich ein „liederliches Leben“ führten oder aber weil ihre Männer Alkoholiker waren oder als „arbeitsscheu“ galten. Die Mütter wurden oft so stark unter Druck gesetzt, dass sie ihre Neugeborenen zur Adoption „freigaben“. In diesen Fällen spricht man von Zwangsadoption.

Hostettler, Otto; Föhn, Markus (2012): Gebt mir mein Kind zurück (Beobachter 25/2012).

Opfer von administrativrechtlichen Versorgungen

Опубликовано: 27. Mai 2018 в 20:16

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Bis anfangs der 1980er-Jahre wurden Jugendliche und junge Erwachsene ohne Schuldspruch und Gerichtsurteil administrativ versorgt. Die jungen Männer und Frauen wurden zur „Arbeitserziehung“ in geschlossene Anstalten und Gefängnisse eingewiesen, weil sie ein angeblich „liederliches Leben“ führten oder als „arbeitsscheu“ eingestuft wurden. Auch Frauen, denen man beispielsweise einen „lasterhaften Lebenswandel“ unterstellte, wurden weggesperrt, etwa im Frauengefängnis Hindelbank. Weil die administrativrechtlichen Versorgungen der Ratifizierung der Europäischen Menschenrechtskonvention EMRK entgegenstanden, wurde die Praxis 1981 geändert. Das Unrecht wurde inzwischen öffentlich anerkannt. Das Parlament hat die administrativ Versorgten im Jahr 2014 „rehabilitiert“.

Strebel, Dominique (2008): „Was die mit uns gemacht haben!“ (Beobachter 20/2008).

Verdingkinder

Опубликовано: 27. Mai 2018 в 20:10

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In der Schweiz wurden bis weit ins 20. Jahrhundert Kinder auf Dorfplätzen versteigert und verdingt. Jährlich wurden Zehntausende Kinder vorwiegend aus verarmten Familien oder aus Waisenhäusern von den Behörden abgeholt und auf Bauernhöfe verteilt. Dort wurden viele zur Kinderarbeit gezwungen, als Dienstmagd oder Verdingbub ausgebeutet, teilweise schwer misshandelt oder sexuell missbraucht. Viele Kinder starben aufgrund der körperlichen Anstrengungen und Missbräuche. Die meisten Verdingkinder haben schwere Beeinträchtigungen davongetragen. Sie leiden bis heute unter den Entwürdigungen, Peinigungen und den schweren Misshandlungen, die sie in ihren Jugendjahren erleben mussten.

Hostettler, Otto; Strebel, Dominique (2011): Man nahm ihnen sogar das Sparbüchlein (Beobachter 21/2011).