Mein Ding

Christian Tschannen, Kunstschaffender

Опубликовано: 31. August 2020 в 13:54

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«2003 und 2004 hatte ich das grosse Glück und Privileg, als Kunstschaffender für mehrere Monate im Ausland zu weilen und zu arbeiten – Artist in residence. 

Ich war zwei mal für mehrere Monate in Südafrika – Kapstadt – und einmal USA/Kalifornien – Halfmoon Bay, Mountain View und San Francisco.

Bei meinem zweiten Aufenthalt in Südafrika (Kapstadt) nahm ich u.a. wieder an künstlerischen Workshops teil oder organisierte welche, wo mit lokalen Kunstschaffende, aber auch Schulkinder und Jugendliche aus/in den Townships (Armenviertel) gearbeitet wurde. 

Ein Workshop fand im Ulwazie Center im Township Langa (Westkap) statt – siehe Link :
https://csstudio.co.za/Ulwazi.html

https://www.femmes-archi.org/projet/?c=1033

(Hinweis: Das Ulwazie Center hat 1998, wegen Geldprobleme sich neu ausrichten müssen. 2009 wurde das Projekt wegen Geldmangel beendet.)

Ich lernte bei diesen Workshops tolle Kunstschaffende kennen und viele, sehr kreativ begabte Kinder und Jugendliche mit tollen Fähigkeiten.

Eine wunderbare Eigenschaft war/ist – und was man sehr oft bei finanziell schwächeren Menschen beobachten kann, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent -, dass die Menschen den Abfall und Schrott weiter verwerten und zum Teil unglaublich tolle und schöne Sachen daraus fertigen.

Und bei diesem Workshop im Ulwazi Center wurde unter anderem auch mit Schrott gearbeitet, woraus ein Mädchen – damals 13 Jahre jung – (mit etwas Hilfe) aus Altblech ein wunderschönes Schildkrötchen angefertigt und mir geschenkt hat.

Diese kleine Schildkröte, dieses Objekt nehme ich gerne ab und an in die Hände und erinnere mich an diese wunderbare Zeit.

Ich werde sicher mal wieder Südafrika, Kapstadt besuchen, denn dort – wie auch in Kalifornien USA – war meine Biografie kein Stigmata.

Den Menschen dort war es egal ob ich einmal ein Verdingbub, bzw. Pflege-, Heimkind war und noch in einer Anstalt „platziert“ wurde. Was zählte und für die Menschen wichtig war, waren meine Kompetenzen, meine Fähigkeiten und das Wissen was ich mitbringen und teilen konnte.

Die bürgerliche Stigmata-Kultur Schweiz ist also sehr, sehr wettbewerbsverzerrend… «

Опубликовано: 17. Juli 2020 в 10:39

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Jeder hat ein wichtiges Objekt, dass einem durchs Leben oder durch eine Lebensphase begleitet. In dieser Rubrik zeigen und beschreiben Betroffene, was ihnen wichtig und wertvoll ist. Die Rubrik wird ständig erweitert. Senden auch Sie uns Ihr Lieblingsobjekt mit einem kleinen Beschrieb zu:


«Heute bestimme ich den Weg»

Опубликовано: 17. Juli 2020 в 9:43

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Liebe und Zuneigung, wie sie Kinder normalerweise von ihren Eltern bekommen, hat Fred Krummenacher nie erfahren. In Bern geboren aber nicht geborgen. Eine fürsorgliche Mutter kannte er nicht, der Stiefvater gab ihm mit Schlägen zu verstehen, dass er unerwünscht sei. In seiner Jugend wurde Fred hin- und hergeschoben, man hat sich nicht um ihn gekümmert, sondern über ihn verfügt. In den Akten der Vormundschaftsbehörden lässt sich alles nachlesen. «Eiskalt wurde über mein Leben bestimmt», sagt Fred Krummenacher heute und erinnert sich zurück. An die schlimme Zeit im Erziehungsheim, im Jugenddorf St. Georg in Bad Knutwil. «Die Neuen wurden eingeprügelt», erzählt er, hinzu sei die subtile Gewalt der Leitung gekommen. Nur weg von Bad Knutwil. Nur weg wollte er. So rasch wie möglich. Da war er noch ein Kind. 


Späte Wertschätzung 

Eine Ausbildung konnte Fred Krummenacher in seiner Jugend nie abschliessen. «Wir haben uns für einen besser qualifizierten Bewerber entschieden». Oft hat er diese Zeilen gelesen. Die Lebensumstände liessen die geforderten beruflichen Qualifikationen nicht zu. Es fehlte an Geld und Unterstützung. Das schmerzte. Aber über viele Umwege hat er mit 22 Jahren dann doch seine Leidenschaft gefunden: Lastwagen fahren und noch besser – Postauto fahren. Er lernte das Bernbiet kennen, auch die Schweiz – so viele Kilometer. So viele Menschen. Auch seine Frau, mit der er seit 27 Jahren verheiratet ist. Heute ist er Vater von drei wunderbaren Söhnen. Und dann die späte Karriere als Betriebsplaner beim RBS. Fred ist das ganze Streckennetz mit einem Bus abgefahren, hat die Distanzen, die Zeit, die Koordinaten erfasst, das System aufgebaut. Er hat es geschafft. Heute ist er «Datenmanager Fahrplan» bei der Firma Stämpfli in Bern – und das als «Ungelernter»


Mit Solidaritätszahlung Postauto gekauft

Fred Krummenacher ist ein Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen. Er hat den Solidaritätsbeitrag erhalten und sich ein Postauto gekauft. Warum? «Ich habe beim Postautofahren erstmals Wertschätzung erfahren», erklärt Fred. Die Leute wussten, dass sie dank ihm, dem Fahrer, zu ihrem Ziel gelangten. Und dafür waren sie ihm dankbar. Auch, weil er freundlich war. Weil er immer grüsste. Weil er die Kunden gut behandelte. Sein Postauto ist nicht irgendein Postauto. Es ist ein Schweizer Postauto. Von Saurer. Er kannte es von früher, als es noch in Betrieb war. Dieses Postauto ist über den Furkapass gefahren, es war in Paris. Auch Bundesräte sassen bereits in seinem Postauto. «Es war eine Fügung», ist Fred überzeugt, dieses Postauto gehört zu ihm. Er wollte es haben, und er hat es bekommen. «Es gibt mir eine ganz tiefe Befriedigung, wenn ich mit dem Postauto unterwegs bin. Hier kann mich niemand plagen, da kann mir niemand befehlen. Am Steuer fühle ich mich wohl. Das gibt mir ein richtiges Glücksgefühl. Jetzt ist es mein Leben, jetzt gehe oder fahre ich meinen Weg.»  

Regula Angst

Опубликовано: 23. Juni 2020 в 15:41

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Als ich als Jugendliche einsam und verzweifelt, als Hoffnungsloser Fall nach Hindelbank gebracht wurde, wusste ich nicht was Hoffnung ist. Ich war so einsam und sehnte mich nach Liebe und Geborgenheit, nach einem Menschen der mich verstehen würde. Alles um mich herum war kalt und leer. Tief in mir war ein Schrei der niemand hörte. Erst Jahrzehnte  später erfuhrt ich was Hoffnung bedeutet. Ein Ziel haben, auf etwas hinarbeiten, hoffen auf etwas das noch nicht ist, aber eintreffen wird. Durch den Glauben an Gott fand ich den Ort Ruhe und der Hoffnung. Und so schritt ich durch das Tor der Hoffnung in das wahre Leben. Mittlerweile habe ich gelernt zu leben, zu vertrauen, zu geniessen und zu lieben.
Regula Angst


Engadiner Stabelle

Опубликовано: 19. Mai 2020 в 18:46

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Meine Engadiner Stabelle. 

Während unvergessenen Ferientagen in Samedan, zusammen mit meinem damaligen Freund Paul – meinem heutigen Ehemann, haben wir im Jahre 1963 diese Sitzgelegenheit erstanden. 
Silvia Käser-Jutzeler

Hund Luna

Опубликовано: 30. April 2020 в 13:27

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Mein Name ist Anita Häusermann und bin 55 Jahre und mir wurde vor einem Jahr ein fast neues Leben geschenkt ich wog im März 2019 131 kg und heute ein Jahr später 63kg. Jetzt laufe ich für mein Leben gerne mit meinem Hund Luna und geniesse mein Leben in vollen Zügen trotz Verbot Risikopatientin jeden Tag aufs neue diese Corona Krise lernt man jeden Tag aufs neue wie schön eigentlich das Leben ist und wie schön das man eine Familie hat. LG Anita Häusermann 



Calendula

Опубликовано: 30. April 2020 в 13:26

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Calendula 

Ich bin eine abgelegene Bergwiese auf 1500m ü. M. Die Lute sagen, ich sei ausnehmend bunt und schützenswert. Auf mir wächst, da die Menschen mich nicht bewirtschaften, eine Vielfalt von Blumen und Kräuter, unter anderem die Schlüsselblume, die Arnika, die echte Kamille, der Feldkümmel dazu der Beinwell und natürlich die schöne Ringelblume – genau Calendula officinalis genannt.   
Calendula fand das Leben blumig inmitten dieser vielfältigen Fauna und Flora. Was da alles so neben und unter – na ja, immerhin wurde sie bis 50 cm hoch, ihrem Blätterkleid herum summte und hüpfte, das fand Calendula äusserst interessant!
Mit ihrer Verbündeten, der wohlriechenden Schlüsselblume, fanden sie sich oft in einem Reigen zusammen. Ausser dem Reh schaute ihnen niemand zu dabei, sie hatten ihren Frieden. 
Eines Tages im Juni kam einer dieser schwerfälligen Zweibeiner, genannt ‘Nonno der Unterländer’ zusammen mit der neugierigen Enkelin ‘Nomi’ den steilen Hang hochgeklettert. Sie wollten Blumen und Kräuter bestimmen, den Arten nach exakt bestimmen. Calendula passte dies gar nicht. Sie schielte äusserst beunruhigt zu den Zweibeinern hin, denn diese zertrampelten doch viele ihrer Artgenossinnen. Die Erfahrung liess sie Ungutes erahnen, doch gingen die Zweibeiner zu ihrem Erstaunen äusserst vorsichtig und akribisch zu Gange, nichts wurde ab oder ausgerissen! 

Nonno erklärte Nomi die Nutzbarkeit von Primula elatior, die Hohe Schlüsselblume. So nannte er nämlich ihre Freundin. Es gibt noch die Primula veris, beide sind geschützt. Verwundert vernahm Calendula, dass die Wurzeln ihrer Freundin den Menschen bei Husten und Schwächeanfällen helfe – so erzählte man es mindestens früher. 
Sie, die Calendula officinalis genannt, mit tief oranger Farbe, vermöge durch ihre vorzüglichen Wirkstoffe in ihren Blüten wie Carotin – Flavonoide dazu Bitterstoffe welche zur Wundheilung bei den Menschen beitrage – wenn diese sie denn nutzten! 

Erstaunt erfuhr sie, dass sie überall auf der Erde verteilt Schwestern hat: die eine lebt auf dem Acker, die Maritima gar am Meer, die Stellata, ja Stern – nein nicht im Weltall – aber gerne in warmen Gegenden. Sicher gibt es noch andere Orte, aber das hat sie vergessen. Kurz vor der Dämmerung machten sich die beiden wieder auf den Rückweg, bestückt mit unzähligem Bestimmungsmaterial und vor allem vielen Nahaufnahmen!
Ruhe kehrte ein auf der Bergwiese, diese gehörte nun wieder den eher nachtaktiven Tieren und vor allem den zahlreichen Hirschen.

elishewa 04.2020